Kopfschmerzformen


Zu den eigenständigen (primären) Kopfschmerzerkrankungen zählen:

* Kopfschmerz vom Spannungstyp (sogenannter Spannungskopfschmerz)
* Clusterkopfschmerz
* Migräne


Zudem gibt es noch weitere Kopfschmerzarten, die z.B. bei körperlicher Anstrengung, beim Sex oder im Schlaf auftreten. Auch Medikamente können Kopfweh auslösen.


„Spannungskopfschmerz“


So gut wie jede/jeder ist im Lauf des Lebens damit konfrontiert. Es kommt zu dumpfen Kopfschmerzen, die meist beidseitig auftreten. Frauen und Männer leiden in etwa gleich häufig an Spannungskopfschmerzen. Kopfschmerzen vom Spannungstyp fühlen sich meist an, als würde ein Helm oder ein Stirnband zu fest auf dem Kopf sitzen. Es handelt sich um leichte bis mittelschwere Schmerzen, die bis zu sieben Tage anhalten können. Beim Auftreten von mehr als 15 Tagen im Monat über den Zeitraum von drei Monaten spricht man von chronischem Kopfschmerz vom Spannungstyp. Nicht immer liegt eine Verspannung von Kopf- und Gesichts- oder Nackenmuskulatur – wie weitläufig vermutet wird – vor.


Trigeminoautonome Kopfschmerzen 


Seltene Formen von Kopfschmerz, die gekennzeichnet sind durch relative kurz Schmerzattacken und Begleitsymptomen (Tränenfluß, Hautrötung, Lidschwellung etc.), werden unter dem Begriff trigeminoautonome Kopfschmerzenzusammengefasst.  

Clusterkopfschmerzen


Clusterkopfschmerzen sind vermutlich die heftigsten Kopfschmerzen, die es gibt. Es kommt zu einzelnen einseitigen Attacken mit bohrenden, stechenden Schmerzen im Augenbereich. Die Anfälle können bis zu drei Stunden andauern und treten mehrmals pro Tag – mit einem Maximum in der Nacht – auf. Zudem kann es zu Rötung, Pupillenverengung und Herabhängen des betroffenen Augenlides kommen. Begleitend tritt auch gegebenenfalls eine halbseitige Gesichtsrötung auf. Betroffene haben während der Attacke einen Bewegungsdrang (pacing around). Es werden episodische (anfallsfreie Intervalle) und chronische Clusterkopfschmerzen (kein längeres beschwerdefreies Intervall) unterschieden. Treten die Anfälle fast ununterbrochen nacheinander auf, ist eine Spitalsbehandlung erforderlich. Männer sind von Clusterkopfschmerz häufiger betroffen, die Geschlechterverteilung beträgt in etwa 3:1.

Paroxysmale Hemikranie


Die paroxysmale Hemikranie ist dem Clusterkopfschmerz sehr ähnlich. Die Attacken dauern allerdings wesentlich kürzer, treten dafür sehr oft am Tag auf (ca. zehnmal). Frauen sind deutlich häufiger von paroxysmaler Hemikranie betroffen, die Geschlechterverteilung beträgt in etwa 3:1.

SUNCT-Syndrom


Das SUNCT-Syndrom (short-lasting uniform neuralgiform headache with conjunctival injection and tearing) ist durch extrem kurz andauernde Kopfschmerzattacken (Sekunden bis wenige Minuten) gekennzeichnet, die jedoch unglaublich heftig sind. Die Betroffenen schildern die Schmerzen so, als hätte man direkt einen „Nerv“ getroffen. Im Durchschnitt kommt es zu sechzig Attacken täglich, in seltenen Fällen sind auch zweihundert möglich. Die Kopfschmerzen sind nur einseitig am oder im Auge spürbar. Das betroffene Auge ist gerötet und tränt. Die Geschlechterverteilung beim SUNCT-Syndrom wird geschätzt mit 3:1 bzw. 5:1 (Frauen:Männer).


Migräneattacken


Migräne ist eine Erkrankung des Gehirns, der eine genetische Veranlagung zugrunde liegt. Es kommt zu Kopfschmerzattacken und möglichen Begleiterscheinungen wie z.B. Übelkeit oder Lichtempfindlichkeit. Die Auslöser sind nicht genau bekannt. „Trigger“ können Migräneattacken auslösen. Diese sind individuell unterschiedlich, z.B. Stress. 


Medikamenteninduzierter Kopfschmerz


Werden Schmerzmittel (auch frei erhältliche) unkontrolliert eingenommen, kann sich daraus ein eigenständiges Schmerzsyndrom entwickeln. Von der Symptomatik ähneln sie Kopfschmerzen vom Spannungstyp oder Migräne. Es kann beim sofortigen Absetzen von dauerhaft eingenommenen Schmerzmitteln zu Entzugserscheinungen kommen. Frauen neigen zu längeren Attacken mit größerer Intensität und Übelkeit, Licht- und Lärmempfindlichkeit treten häufiger auf. Frauen im gebärfähigen Alter sind in etwa dreimal so häufig von Migräne betroffen als Männer.

 

Sex assoziierte Kopfschmerzen


In Verbindung mit sexueller Aktivität kann es zur Entstehung von beidseitigen Kopfschmerzen kommen (primärer Kopfschmerz bei sexueller Aktivität). Beschrieben werden dabei Präorgasmuskopfschmerzen („dumpfer“ Schmerz), die vor dem Höhepunkt auftreten können, sowie Orgasmuskopfschmerzen („explosiver“ Schmerz). Die Intensität des Kopfschmerzes steigt mit der sexuellen Erregung. Manchmal mit wenigen Minuten nur von kurzer Dauer, kann diese Kopfschmerzform auch bis zu zwei Tage anhalten. Von Sex assoziierten Kopfschmerzen sind vorrangig Männer betroffen, das Geschlechterverhältnis beträgt in etwa 3:1.


Kopfschmerzen bedingt durch Grunderkrankungen


Die Ursache sekundärer Kopfschmerzen ist auf Grunderkrankungen zurückzuführen, z.B.Nasennebenhöhlenentzündung, Hirnblutungen oder ein Gehirntumor. Die Diagnostik und Therapie richtet sich nach der jeweiligen Erkrankung.

 

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