Die Vielfalt unseres Lebens


Respekt, Tole­ranz und Offen­heit sind Werte, die unser Zusam­men­le­ben bestim­men – so zumin­dest der Anspruch an unsere west­li­che, demo­kra­ti­sche, libe­rale Gesell­schaft. Und mit Wer­ten ist es so wie mit unse­rer Gesund­heit – sie sind selbst­ver­ständ­lich, bis sie bedroht wer­den oder nicht mehr gel­ten. Wir erle­ben gerade eine Zeit, die uns her­aus­for­dert, uns mit unse­ren Wer­ten zu beschäf­ti­gen. Weil sie zumin­dest hin­ter­fragt, man­che viel­leicht sogar bedroht wer­den.

Jeder Mensch ist einzigartig


Respekt bezeich­net die Wahr­neh­mung, Aner­ken­nung und Ach­tung des jeweils ande­ren. Jeder Mensch ist ein­zig­ar­tig. Ohne diese Hal­tung könn­ten wir unsere Arbeit im ifs nicht machen. Wir respek­tie­ren jeden Men­schen, z. B. auch einen Gewalt­tä­ter oder eine Mut­ter, die ihre Kin­der ver­wahr­lo­sen lässt – nicht aber ein bestimm­tes Ver­hal­ten. Respekt bedeu­tet, dass wir mit Ach­tung vor dem ande­ren auch The­men anspre­chen, die falsch sind oder bei denen wir andere Werte ver­tre­ten. Das ist eine Seite des Respekts: jeden Men­schen zu respek­tie­ren, aber deut­lich zu machen, wo sich Werte und Han­deln unter­schei­den.

Respekt in Beziehungen kann und muss man sich verdienen


Schwie­ri­ger ist die hier­ar­chi­sche Facette des Begriffs "Respekt". Wir "schul­den" den Respekts­per­so­nen Respekt und bekla­gen, dass z. B. Kin­der heute kei­nen Respekt mehr vor Eltern und Leh­rern haben. Ich denke, hier ist es wich­tig zu unter­schei­den: Es gibt Funk­tio­nen und Insti­tu­tio­nen, die Respekt ver­lan­gen (Gericht, Poli­zei, der Staat). Dort wird Respekt­lo­sig­keit Kon­se­quen­zen haben. Aber Respekt in Bezie­hun­gen kann und muss man sich ver­die­nen. Als Eltern, Poli­ti­ker, als Chef oder beson­ders auch in unse­rer Arbeit als Bera­ter ist es die Hal­tung, mit der wir dem ande­ren gegen­über­tre­ten, die auch uns Respekt ver­schafft. Tole­ranz, Offen­heit und Ach­tung erzeu­gen Respekt. Respekt ist das Ergeb­nis einer leben­di­gen Bezie­hung, nicht die Vor­aus­set­zung.

Ein auf Toleranz basierender Diskurs


Ein drit­ter Aspekt von "Respekt" ist es aber auch, die­sen Wert nicht zu miss­brau­chen. Respekt bedeu­tet nicht, bestimmte Werte, Über­zeu­gun­gen, Gefühle oder Hal­tun­gen per se unter Schutz zu stel­len. Respekt­voll mit ande­ren Men­schen, ande­ren Wer­ten und Über­zeu­gun­gen umzu­ge­hen heißt auch, dass man sie kri­ti­sie­ren und ihnen die eige­nen Werte gegen­über­stel­len darf. Respekt for­dert nicht die unge­prüfte Akzep­tanz einer Auto­ri­tät, son­dern den auf Tole­ranz basie­ren­den Dis­kurs.

Mehr Fragen als Antworten


Eine wei­tere wesent­li­che Facette ist der Respekt vor sich selbst: anzu­er­ken­nen, dass es manch­mal mehr Fra­gen gibt als Ant­wor­ten. Und zu ver­su­chen, mit den Fra­gen zu leben und (in Anleh­nung an ein Rilke-Zitat) die Fra­gen zu lie­ben. Respekt vor uns selbst, vor den ande­ren Men­schen und der Welt bedeu­tet die Ein­sicht, dass Viel­falt unser Leben ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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